Beobachtungen und Erfahrungen eines Insiders über Polizei und ihre Informationssysteme

Warum dieses Statement? – und von wem ist es?

Falls Sie sich nun fragen, wer auf die Idee kommt, über diese Themen ein journalistisches Online-Portal zu eröffnen – und warum….
AB_63_seitengleichMein Name ist Annette Brückner und ich bin der verantwortliche Herausgeber dieser Seite. Mein Berufsfeld seit 1993 waren polizeiliche Informations-systeme. Ich war mitverantwortlich für die Konzeption und Entwicklung von Polygon, das als informationstechnische Plattform für die Sachbearbeitung, Analyse und Auswertung von komplexen Verfahren seit 1993 bei großen Polizeibehörden im Ausland (Ungarn, Slowakei, u.a. im Auftrag des Bundesministerium des Innern) und in Brandenburg eingesetzt wurde bzw. wird. Als Designer der Anwendungen war ich sehr „dicht und direkt“ dran an der Bedarfslage der Polizeibeamten – und manchmal auch an deren Gemütslage. Und als Projektleiter kenne ich die vertrieblichen bzw. administrativen Seiten, wie Beschaffung, Vertragsgestaltung und – vor allem – das laufende Projektmanagement.

Seit Jahren ist der Trend zu beobachten, dass solche Systeme nicht mehr dem Bürger dienen – in seinem berechtigten Interesse nach Schutz, Sicherheit bzw. Strafverfolgung. Auch der Polizeibeamte spielt keine Rolle mehr – siehe oben. Es geht offensichtlich nur noch um das – reichlich unsystematische – Sammeln von Informationen durch die Polizei („den Staat“??) über die Bürger, wobei weder die Qualität dieser Informationen eine Rolle spielen, noch eine Überprüfung oder Bewertung auf Relevanz vorgenommen wird. Noch im notwendigen Maß die (Polizei)Gesetze berücksichtigt werden, die klare Regeln vorgeben, über die Art und Nutzung von Informationen, die über Personen in einem polizeilichen Informationssystem gespeichert, genutzt und weitergegeben werden dürfen.

Diese Entwicklung halte ich für sehr bedenklich: Denn es besteht die Gefahr, dass polizeilich erhobene Informationen der notwendigen Kontrolle hinsichtlich ihrer legalen Nutzung, „Interpretation“ und „Weitergabe entzogen werden. Aus all diesen genannten Gründen bin ich für Entwicklung, Einsatz und Projektmanagement polizeilicher Informationssysteme nicht länger tätig.

Mit Police-IT, dem Blog über Polizeibehörden und ihre Informationssysteme, möchte ich Bürger – von denen jeder mehr oder minder freiwillig Lieferant von Daten für polizeiliche Informationssysteme sein kann – aber auch Journalisten und Politiker fachliches und technisches Know How zur Verfügung stellen, damit sie besser verstehen, was sich hier vor ihrer aller Augen entwickelt.

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